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Der Zauber der Straße und die Ateliertüren

Offene Türen haben ihren Reiz, sie machen neugierig - auch die braven Leute. Der Reiz steigert sich, wenn die Türen zu Ateliers  führen,  in denen Künstlerinnen und
Künstler malen, formen und zeichnen.
„Offene Ateliertüren“ laden die Wandernden, Eilenden oder bloß Flanierenden zum Verweilen ein. An der Schwelle zu den Ateliers begegnen sich Welten.
Künstler und Künstlerinnen  treten hier aus der Enge  ihres Ateliers heraus, um anderen Erfreuliches, Schönes, Nachdenkenswertes, Provozierendes und auch Heiteres zu präsentieren.
Die Leute auf der Straße haben dabei die Chance, die heilige Schwelle zum Atelier zu überschreiten.
Sie tun dies, um dem Gedränge des Alltags zumindest  für einige Augenblicke zu entfiehen und  in eine Welt der Farben, seltenen Gerüche und der Melodien einzutauchen.
Aber auch die Künstler haben die Möglichkeit, von Vagabundierenden zu erfahren, was hinter den Schwellen und Grenzen passiert.
Offene Ateliertüren  haben mit  Buntheit  zu  tun  und menschliches  Leben  auf  der Straße ist bunt.
Die Straße hat ihren eigenen Zauber, das wissen Künstler und die
gemächlich Flanierenden.

Roland Girtler   Kulturwissenschaftler Wien


Atelier Ernst Ludwig Kirchner: Haus auf dem Wildboden, Davos, Frauenkirch, nach 1924
Foto: Ernst Ludwig Kirchner


Kirchner Museum Davos, Ernst Ludwig Kirchner Platz, CH-7270 Davos
Tel.: + 41 (0)81 410 63 03, Fax: +41 (0)81 410 63 01
manuela.muehlethaler@kirchnermuseum.ch, www.kirchnermuseum.ch

Steirische Künstlerinnen und Künstler laden am 17. Mai dorthin ein, wo ihre Kunst zu Hause  ist –  in  ihre Ateliers. Auch heuer werden wieder viele staunen, welche
Vielzahl  und Vielfalt  in  der  Steiermark  vorhanden  ist.  Für  viele Menschen  bringt das mehrfachen Gewinn. Für die Künstlerinnen und Künstler kommt dazu, dass sie ihren Gästen, offenkundig  Interessierten, mit  ihrem Werk auch  ihre Arbeitsweise zeigen und eine ganz besondere Gesprächsmöglichkeit nützen können.
 
Dieser  persönliche  Austausch  intensiviert  Kontakte,  Kenntnisse  und  auch  Vergleiche. Davon lebt die Kunst und davon leben die Künstlerinnen und Künstler. Zu
wünschen  ist, dass sich davon auch die Professionellen, also die Galeristen und Museumsleute,  angesprochen  fühlen. Damit  kommt  noch mehr  Belebung  in  die
steirische Kunstlandschaft und das ist mir über alles wichtig.
 
Ich wünsche  also  allen  Beteiligten,  in  diesem  Fall  sind  es  nur Aktive,  dass  ihre
Erwartungen erfüllt werden. 

Landeshauptmann-Stv. Kurt Flecker

Buchtipp: Jörg Morisse, Rasmus Engler:
„Wovon lebst du eigentlich? Vom Überleben in
prekären Zeiten“ –
ein differenziertes und zwiespältiges Bild von Chancen und Risiken künstlerischer selbständiger Arbeit.
2007 München Zürich, Serie PIPER

Endlich OPEN HOUSE!
Endlich dem Entfernten näher kommen, einen Tag lang und noch 730 weiteren.
17.520 Stunden, 1.051.200 Minuten, 63.072.000 Sekunden an zeitlichen Ressourcen, Chancen
und Möglichkeiten, Verborgenes, Unvermutetes, Neues zu entdecken.
Endlich stehen die Türen wieder offen - Endlich OPEN HOUSE!

Winfried Franz Ganster

Wer schon einmal draußen bei den Künstlern war, der weiß:
Dort sind die Farben und Ideen noch frisch und hell.
Sie sind die Leuchttürme der Kultur.

Andreas Prückler
(Kleine Zeitung, Graz)

Schön ist eine Landpartie. Das Ziel müssen dabei nicht zwangsläufg Landgasthäu-
ser und Buschenschenken sein. Der Mensch lebt nämlich nicht von der Brettljause
allein. Erfreulich viele  (und nicht nur Vegetarier) brauchen das  (Über)Lebensmittel
Kunst. Das gibt es auch in Krisenzeiten. Und offene Ateliers dazu. Also auf zur Land-
Art-Partie! Kann natürlich auch im urbanen Raum stadt-fnden.    
 
Walter Titz
Kulturredakteur Graz

 

 

 

 

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